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Museen und Politik

Ein Social Media Projekt

Vom 9.-12. September 2014 findet in St. Petersburg die ICOM-Konferenz Museum & Politics“ statt, die von den nationalen ICOM-Komitees in Russland, Deutschland und  den USA ausgerichtet wird.

Die Konferenz beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten des Verhältnisses zwischen Museen und Politik:

„The conference (…) is about nothing less than the localization of museums in the political sphere, their options to influence our world but also the dangers of being influenced.“

Die Konferenz wird begleitet vom Social Media Projekt Museum, Politics and Power: An International Conversation. Die Diskussion über das Verhältnis von Museen und Politik soll dadurch über die lokale Konferenz hinausgetragen werden und eine internationale Dimension bekommen.

Bereits jetzt sind einige interessante Beiträge in deutscher, englischer und russischer Sprache online gestellt.

Dr. Markus Walz, Professor für Theoretische und Historische Museologie an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, verortet in seinem Artikel Museen im Spannungsfeld zwischen statistischer Selbstdarstellung und Daseinsvorsorge und geht dabei der immer wiederkehrenden Frage in der Museumslandschaft nach, was die Quantität der Museumsbesucher eigentlich mit der Qualität einer musealen Einrichtung zu tun hat.

Die Kulturanthropologin und Kulturmanagerin Katrin Hieke beschäftigt sich in ihrem Beitrag Museum und Macht – Ein Besuch im vorarlberg museum damit, wie es Museen gelingen kann, die Deutungshoheit über die Dinge, ihre Geschichten und ihre Wahrnehmung in Frage zu stellen und die Sichtweisen und das Wissen der Ausstellungsbesucher in die präsentierten Geschichten einfließen zu lassen.

Besonders empfehlenswert ist das Interview, das Linda Norris mit Ihor Poshyvailo, dem stellvertretenden Direktor des Ivan Honchar Museums, des nationalen Volkskundemuseum in Kiew, geführt hat. Sie sprechen darüber, wie sich die Museen in der Ukraine gegenüber den anhaltenden Protesten auf dem Maidan-Platz positionieren  und welche Rolle museale Einrichtungen in einer solchen sozialen Bewegung wie in Kiew spielen können und sollen. Gerade für Volkskundemuseen und historische Museen stellt sich insbesondere die Frage, ob sie die Ereignisse lediglich dokumentieren sollen oder als öffentliche Institutionen in die Debatte eingreifen sollen.

Weitere lesenswerte Beiträge werden bis zur Konferenz im September 2014 sicherlich noch folgen. Es lohnt sich deshalb, immer wieder einen Blick auf die Webpage zu werfen.

(cs, 21.01.2014)

Wasserwerfer

Bild: Wikimedia/User: Holger.Ellgaard/CC-BY-SA-3.0